Woran scheitert Faust?
Faust versucht mit Hilfe der Magie zu erkennen, "was die Welt im Innersten zusammenhält." Er
vertieft sich in ein Buch und erblickt das Zeichen des Makrokosmus. Er glaubt in das Universum
blicken zu können und sucht nun nach dem Schlüssel der Erkenntnis der Welt und Natur, bis ihm
bewußt wird, daß er nicht in den Makrokosmus schaut, sondern nur ein Bild vor sich hat.
(v.:454-458)
"Welch Schauspiel! Aber ach! Ein Schauspiel nur!
Wo fass' ich dich, du unendliche Natur?
Euch Brüste, wo? Ihr Quellen alles Lebens,
An denen Himmel und Erde hängt,
Dahin die welke Brust sich drängt."
Beim Versuch, den Geist der Erde zu beschwören, begegnet Faust ihm zwar, jedoch bekommt er
nicht die gewünschten Antworten. Der Naturgeist verspottet Faust und dieser sieht ein, daß er
gescheitert ist. Er hat es nicht geschafft das Angestrebte zu erreichen.
(v.:602-605)
"Wie nur dem Kopf nicht alle Hoffnung schwindet,
Der immerfort an schalem Zeuge klebt,
Mit gier'ger Hand nach Schätzen gräbt,
Und froh ist, wenn er Regenwürmer findet!"
Faust scheitert an seiner Maßlosigkeit; er kann nicht akzeptieren, dass er nicht gottgleich ist
und dass seinem Wissensdrang Grenzen gesetzt sind.
(v.:652-653)
"Den Göttern gleich' ich nicht! Zu tief ist es gefühlt;
Dem Wurme gleich' ich, der den Staub durchwühlt."
In seiner Sehnsucht nach Entgrenzung macht er also die tragische Erfahrung der Grenzen des Ichs.
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