Woran Richis scheitert

Doch schlussendlich scheitert Richis, denn seine Tochter wird doch getötet, trotz - oder muss man sagen wegen? - der getroffenen Vorsichtsmaßnahmen. Denn Richis, der nichts von der besonderen Begabung Grenouilles weiß, lässt sich von seiner äußeren Erscheinung täuschen. Er begegnet ihm nämlich in der ersten Fluchtnacht bei einem Kontrollgang im Stall. Grenouille stellt sich in einer Ecke schlafend und, sei es wegen seiner Duftlosigkeit oder seiner unauffälligen Erscheinung, die einen friedlichen und harmlosen Eindruck vermittelt, lässt Richis ihn dort weiter schlafen in dem Glauben, er sei ein guter Mensch. Das Parfum der Unauffälligkeit, welches Grenouille benutzt, hat ihn geblendet. Nach dem Tod der Tochter lässt er alles, was von ihr übriggeblieben ist, wie eine Reliquie einpacken, legt es auf ihr Bett und wacht darüber, um das gutzumachen, was er in der Nacht des Mordes an seiner Tochter versäumt hat. Er fühlt sich schuldig dafür, dass er sein teuerstes Gut nicht genügend beschützt hat.

Ein zweites Mal lässt Richis sich von Grenouille am Tag der Hinrichtung täuschen: Erneut fällt er auf das Parfum herein. Doch diesmal ist es das Engelsparfum, mit dem Duft seiner eigenen Tochter behaftet. Statt Grenouille, den Mörder seiner Tochter, zu töten, schließt er ihn in seine Arme und will ihn zum Sohne haben.

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