Woran Grenouille scheitert

Grenouille glaubt zunächst sein Ziel erreicht zu haben, denn die Menschen lieben und vergöttern ihn. In seinem Höhenflug steht er über "Prometheus" und sogar über Gott. Jedoch kann er den "Triumph seines Lebens" nicht genießen, da er erkennt, dass das Volk gar nicht ihn begehrt, sondern "nur" seinen selbstkreierten Duft. Ihm wird klar, dass er es nicht schafft den Menschen gleichzuwerden. Durch die "Maske" wird er nicht als das gesehen, was er eigentlich ist. Also kann er seinen Gefühlen keinen freien Lauf lassen, obwohl sein Hass gegenüber den Menschen immer größer wird. Er begreift, daß auch sein "allmächtiger" Duft ihm das, was er sucht, nicht geben kann, nämlich einen eigenen Geruch. Beim Gedanken daran erlebt er nochmals die Situation vom Traum in der Höhle, der nun Wirklichkeit geworden ist.

Er wünscht sich, dass sie merken, wie sehr er sie hasst, dass sie ihn wegen seines einzigen jemals empfundenen Gefühls auch hassen und ihn hinrichten lassen, wie sie es ursprünglich vorhatten. Er will einmal in seiner wahren Existenz wahrgenommen werden. Doch dann wird er sich seiner Geruchslosigkeit wieder bewusst und "ein entsetzlicher Nebel" (307) steigt in ihn auf, an dem er "glaubte ersticken zu müssen". Er wird sich bewusst, dass diesmal kein Schrei helfen würde um ihn zurück in die Welt zu bringen, da dies die Realität war. Als er Richis auf sich zu kommen sieht, ist er sich sicher, dass dieser sich nicht von seiner Maske täuschen lassen würde, da der Duft seiner Tochter an ihm klebt. Er sehnt sich nach dem Tod, nach einem "Dolch- oder Degenstoß als herrlich prickelnden Schlag" (307) um endlich etwas anderes in seinem Herzen zu spüren als sich selbst. Er sieht den Tod als letzte Möglichkeit um zu fliehen, als eine Erlösung, doch Richis steht nicht als rächender Engel, sondern als erschütterter, kläglich schluchzender Mann vor ihm und fällt ihm, statt ihn zu töten, weinend in die Arme. Da wird es Grenouille weiß vor Augen. Er will aus seinem Körper fliehen, explodieren, um nicht an sich selbst zu ersticken. Seine letzte Hoffnung ist somit verloren.

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