Präsentation der Theater-AG:

William Golding: "Der Herr der Fliegen"



Finsternis. Es regnet und donnert und das dröhnende Geräusch von Flugzeugmotoren durchquert den stürmischen Himmel. Eine Gruppe von Kindern ist im Spot zu sehen. Der Notruf des Pilots verstummt, während das Flugzeug in das dunkle Wasser des Pazifischen Ozeans abstürzt.

So beginnt das adaptierte Theaterstück "Herr der Fliegen", nach dem großartigen Roman des englischen Schriftstellers William Golding. Es wurde im November 2004 mit großem Erfolg durch die deutschsprachige Theatergruppe in der Aula der DSB aufgeführt.
Schon als das Werk in der Gruppe vorgeschlagen wurde, zeigten alle großes Interesse daran und, nach einer monatelanger Probenarbeit, konnte es letztendlich in der Aula präsentiert werden.
Nervös, doch ohne Zögern traten die Schüler in ihren verschiedenen Rollen auf die Bühne und fesselten das neugierige Publikum.
Die Handlung beginnt mit dem Absturz eines Flugzeugs, in dem britische Schüler reisen. Nur wenige entkommen lebend aus dem Flugzeugwrack. Kein Erwachsener überlebt.
In kritischen Zuständen müssen diese Jungen auf einer einsamen Insel überleben, ohne jede Autorität oder dominierende Hand, ohne jede äußere Hilfe.
Jedoch wird es sich bald zeigen, dass ohne eine gewisse Organisation, Entscheidungen auf demokratische Art und Weise viel schwieriger gefällt werden. So führen bald die verschiedenen Denkweisen zu Diskrepanzen.
Diese Ereignisse wurden durch die Schauspieler auf brilliante Weise dargestellt: Diskussionen, Schreie, Kämpfe, Kriegstänze und Vieles mehr sorgten für Spannung…
Mehr als einer leistete es sich sogar, sein persönliches Kennzeichen durch manche Improvisation in seiner Rolle zu hinterlassen.

Mit szenischen Effekten wie Zeitsprüngen oder Geräuschen, zusammen mit einer perfekt eingesetzten Beleuchtung (Uli Herwanger) und der live-gespielten Musik der Band "Illness", erweckte das Stück die Aufmerksamkeit und Neugier der Zuschauer, die atemlos zusehen mussten, wie die Schranken der Zivilisation in kurzer Zeit fielen.
Das Leben auf der Insel wird zu einem Spiel, in dem das Wilde und die Gewalt über den Verstand siegen. Das traumhafte Bild eines unschuldigen Kindes verwandelt sich plötzlich in des eines mörderischen und blutrünstigen Tieres.
Die wenigen Vertreter eines demokratischen Zusammenlebens werden von dem wilden Feindschaftsinstinkt anderer Jungen verfolgt und in den Tod getrieben. Die Moral des Einzelnen wird komplett durch den Gruppenzwang vernichtet und die Grenze des Bösen ständig und ohne jenes Zurückhalten überschritten.

Die komplette Identifikation der Schauspieler mit ihren Rollen ermöglichte es, das Publikum in die Geschichte zu verwickeln. Die Kinder prügeln, töten und genießen dies, in ihrer Rolle.
Dieses Stück, schockierend und grausam, hinterließ manche offene Frage bei den Zuschauern. Wieso überlebt am Ende nur einer der Vetreter der Eintracht und des friedlichen Lebens , wunderte sich mehr als einer. Auch die Schauspieler blieben von diesem grausamen Ende nicht unberührt. Wie mancher äußerte, war es schwierig, sich solch eine Situation vorzustellen. "Wir Menschen kennen uns selbst kaum", erklärte eine Schauspielerin.
Auf alle Fälle muss man sagen, dass das Theaterstück eine große Wirkung auf die Zuschauer hatte. Dazu trugen entscheidend die professionelle Kulisse (Silke Pingel), der Sound und die Live-Musik (Bernd Lausberg), die Kostüme (Marita Rünz), die Maske (Martine von Walter) und das Licht (Uli Herwanger) bei. Außerdem gilt der Dank vielen weiteren Helferinnen und Helfern, die sehr selbstständig und kooperativ das Projekt unterstützten.

(Borja Guijarro Usobiaga, 12. Klasse)


    vorige Seite:
EINBLICKE
Grundschule