Theaterfestival der Deutschen Schulen auf der Iberischen Halbinsel 6. bis 10. November 2006

Dokumentation


Inhalt

Die Idee
Die Planung
Das Team
Die Teilnehmer
Die Präsentationen
Die Workshops
Die Feedback-Besprechungen
Und sonst
Die Preise
Feedbacks in Auszügen


Die Idee


Sind wir Lehrer nicht alle - mehr oder weniger - Einzelkämpfer auf unserem Territorium? Und das um so mehr im Schultheater, in einem Bereich, der aufgrund seines kreativen Anstrichs extrem vom Können, von der Initiative des Verantwortlichen abhängt?
Ich fühlte mich nach etwa zehnjähriger Arbeit im Schultheaterbereich, nach zahlreichen Aufführungen in Deutschland und in Barcelona, nach vielen Workshops und Fortbildungen, nach eigenen Produktionen ... allein. Wo waren die Gleichgesinnten? Andere Lehrerinnen und Lehrer, die sich dem Theaterspielen mit Schülern verschrieben hatten?
Im Februar 2005 gab ich eine Fortbildung "Theaterspielen mit Schülern" an der DS Barcelona, auf der erste Kontakte zu anderen Auslandsschulen in Spanien und Portugal geknüpft wurden. Die Idee eines Theaterfestivals stieß auf breite Zustimmung. Barcelona als Austragungsort wurde von allen Teilnehmern genannt, wohl aufgrund der relativ guten räumlichen Ausstattung. Der Termin im November 2006 kristallisierte sich als geeignet heraus. Die Idee war ausgesprochen und schwebte im Raum.

Die Planung

Dass es nicht bei der Idee blieb, ist dem Schulleiter der DS Barcelona, Herrn Dr. Köpper, zu verdanken. In den ersten Wochen seiner Tätigkeit an der Schule wurde er mit der Idee eines Theaterfestivals konfrontiert. Er stimmte nicht nur spontan zu, sondern verlieh dem Projekt durch seine offene Unterstützung schulische Bedeutung. Nicht zuletzt gelang es ihm, einen Sponsor zu gewinnen.

Im Januar 2006 wurden Ausschreibungen an alle Deutsche Schulen der Iberischen Halbinsel sowie an eine Deutsche Schule in Toulouse (aufgrund persönlicher Kontakte) verschickt.

Das Festival sollte sich nicht auf die Präsentation von Stücken beschränken, sondern eine Woche der Begegnung sein: Begegnung mit anderen Schülern, die Theater spielen, Begegnung mit anderen Formen des Ausdrucks, Begegnung m mit anderen räumlichen und organisatorischen Bedingungen.
So wurden verschiedenste Workshopangebote geplant, die Dozenten innerhalb und außerhalb der DSB gesucht und die zeitlichen Rahmenbedingungen abgesteckt.

Das Team

Schon bei der ersten Theateraufführung, "Herr der Fliegen" nach William Golding, fand ich interessierte Kolleginnen und Kollegen, die spontan Lust hatten, sich um Sound, Bühnenbild und Kostüme zu kümmern. Dieses Team blieb bis jetzt sehr konstant und so bedurfte es auch, als es um die Mithilfe beim Theaterfestival ging, allenfalls zweier Sätze, etwa so:

"Sag mal, beim Theaterfestival bist du doch dabei?" - "Theaterfestival, ach ja, sagtest du schon mal, klar mach ich mit, sag mir nur den Termin !"

Konkret handelt es sich um:


Weiter zu nennen sind:


    Besonders liegt mir am Herzen, David Hinrichs zu erwähnen, der von der AG der DS Lissabon sozusagen "mitgeliefert" wurde, sich unmittelbar nach der Ankunft in die Licht- und Tontechnik aller Aufführungen vertiefte und erst bei der Abreise wieder auftauchte. David demonstrierte uns mit seiner Fachkompetenz, wozu die bescheidene Anlage der Bühne in der Lage ist.


Die Teilnehmer

Deutsche Schule Bilbao Deutsche Schule Lissabon
Deutsche Schule Madrid Deutsche Schule San Sebastian
DSB spanischsprachige Theater - AG (Ana Ortí) DSB deutschsprachige Theater - AG (Monika Herwanger)
Gymnasium Mannheim Alle Teilnehmer

Deutsche Schule Madrid, DS San Sebastián, DS Bilbao, DS Lissabon, DS Málaga - das waren Anfang Oktober die angemeldeten Gruppen. Dazu kamen die hiesige spanischsprachige Theatergruppe unter der Leitung von Ana Ortí sowie meine deutschsprachige Theatergruppe.
Ca. vier Wochen vor Beginn meldete sich die DS Málaga und damit Claire Zachanassian ab. Für die Deutschlehrer der Oberstufe war dies ein Ding der Unmöglichkeit, hatten sie doch "Den Besuch der alten Dame" als Lektüre gewählt. Spontane Anregungen aus dem Kollegium ("Dann spielen wir den Dürrenmatt eben selbst") konkretisierten sich, als mit Thomas Bischofberger ein Fachmann an die DSB kam. Der Schauspieler inszenierte in kurzer Zeit eine szenische Lesung mit einer Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern. Zeitgleich meldete eine Theatergruppe aus Mannheim ihr Interesse am Festival an, kürzte ihre Produktion "Der eingebildete Kranke" auf die vorgeschriebenen 60 Minuten und erweiterte den Kreis der Teilnehmer.

Alle beteiligten Lehrer:


Die Präsentationen

Im Folgenden wird jede Aufführung knapp in ihrer Besonderheit dargestellt, der genaue Inhalt der Stücke kann in der Festivalbroschüre nachgelesen werden.

DS Barcelona (Monika Herwanger)
"Das besondere Leben der Hilletje Jans"
(Ad de Bont/Allan Zipson)



Ein Waisenmädchen schlägt sich allein durch das harte Leben im Holland des 18. Jahrhunderts, hat als Frau keine Chance und fährt deshalb als Mann verkleidet zur See. Altbekannter Stoff, von einem niederländischen Jugendtheater verpackt in eine rasche, turbulente, aber auch tiefschürfende Abfolge von Szenen.


Dazu Songtexte, die von Bernd Lausberg vertont und arrangiert wurden. 19 Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 16 Jahren spielten und sangen. Schwerpunkt der Inszenierung waren ausdrucksstarke Bilder, authentische Figuren, choreographische Elemente, wie der Kampf mit der Seeräuberbande. Erzähler führten durch die Geschichte und schufen mit Holzkisten die jeweiligen Schauplätze.



DS Barcelona (Ana Ortí)
"Tres sombreros de copa"
(Miguel Mihura)


Ein Mann verbringt die letzte Nacht vor seiner Trauung in einem einfachen Hotel, welches einem alten Bekannten gehört. Bald wird er in das Geschehen im Nebenzimmer verwickelt, in dem sich eine bunte Mischung von Künstlern, Sängern, Showgirls usw. trifft. Eine flüchtige Beziehung entwickelt sich, der Protagonist Dionisio verliebt sich in Paula, eine Sängerin und Tänzerin, oder vielmehr in deren Leben frei von bürgerlichen Normen?

Das Stück, das wohl die spanische Gesellschaft der 20er Jahre widerspiegelt, ist vor allem aufgrund der großen Textmenge beeindruckend, welche zu großen Teilen von wenigen Hauptdarstellern souverän bewältigt wurde. Das Geschehen springt zwischen zwei Räumen, Dionisios Zimmer und der Partyraum der Showgesellschaft, welche auf der Bühne mittels eines kargen Holzrahmens geteilt sind, eine Tür als Trennung und Verbindung zwischen alternativen Lebensentwürfen...

DS Madrid (Regina Thein, Andreas Neidhard)
"Linie 1"
(Grips-Theater)



Das Musical, mit dem das Berliner Jugendtheater Grips bekannt wurde, das seit bald dreißig Jahren gespielt wird, mit Live-Band, Choreographie und aufwändigem Bühnenbild - gespielt von einer Schüler-Theatergruppe?
Die ca. zwölfköpfige Formation aus Madrid zeigte eindrucksvoll, dass sie diese Hürden nicht nur bewältigten, sondern sie spielten mit viel Spaß, Engagement und Souveränität. Eine extra angefertigte Sitzreihe aus der U-Bahn, ein Kiosk, ein großes U-Bahn-Schild - wenige, aber exquisite Bühnenbauten entführten das Publikum in die Großstadt Berlin. Eine Schülerband spielte die Originalsongs unter Leitung des Musiklehrers Christian Kunze-Krakau. Die Story ist eine klassische Musicalgeschichte: Das einfache Mädchen aus der Provinz sucht im Gewirr der großen Stadt seine Lover, einen berühmten Rocksänger, und trifft auf die unterschiedlichsten Gestalten. In den Waggons der Linie 1 wird die Protagonistin mit dramatischen, komischen, lustigen und traurigen Aspekten der Berliner Unterwelt konfrontiert.
Professionelle Kostüme (die Kostümbildner reisten mit an), gut einstudierte Choreographien, Jungen, die sich trauen, zu singen.... eine Stunde echtes Musical!


DS San Sebastián (Anja Kriegel)
"Die kleine Prinzessin"
(frei nach Antoine de Saint-Exypéry)


    Die 16 Mädchen aus San Sebastián, alle spanischsprachig, zeigten "Die kleine Prinzessin" auf eine anrührende Art. Mit selbst geschneiderten, farbenprächtigen Kostümen, leicht veränderten Texten und vielen verschiedenen Bewegungsqualitäten erzählten sie vor einem blauen Sternenhimmel die bekannte Geschichte der Reise des kleinen Prinzen zu den Menschen.
    Dabei war klar, dass ihre Produktion ein aufmerksames Publikum erforderte, das ein Ohr für die bedeutsamen Sätze dieses Werks hatte.
    Die Schauspielerinnen ließen sich jedoch von der anfänglichen Unruhe in der vollbesetzten Aula nicht irritieren und spielten souverän.



DS Lissabon (Manfred Kruehler, Mechthild Otten)
"Bohemia"
(Eigenproduktion)


Die Geschichte dieses Stücks ist schnell erzählt: Ein Mädchen wird in Paris bestohlen und versucht dann ohne Geld und Papiere ihren Verlobten Victor zu finden, dem sie nachgereist ist. Sie trifft auf ein buntgemischtes Völkchen von Künstlern, Gauklern und auf die Serviererinnen des Cafés Le Saint-Louis, die beschließen, dem Mädchen zu helfen.
Mit ausdrucksstarken, durchkomponierten Bildern entführte die Theatergruppe die Zuschauer ins Paris der neunziger Jahre.

Für ca. 20 Fünftklässler der DSB ergab sich in "Bohemia" sogar die Chance, als Statisten mitzuwirken: Sie durften unter der Leitung von Mechthild Otten Schulkinder spielen und waren mächtig stolz, mit den Großen auf der Bühne zu stehen.
Kostüme, Bewegungen, Text, Sound und Licht vereinigten sich zu einer gut abgestimmten Mischung von Eindrücken, zu einer Bühnenschau, in der die Sprache von Anfang an eher nebensächlich schien. Die Bilder sprachen für sich und vermittelten blitzlichtartige Eindrücke der Pariser Boheme, in der sich die Handlung abspielte.
David Hinrichs kreierte Licht und Sound und zeigte, was mit der Lichtanlage der DSB alles möglich ist, - wenn man es nur vermag....



DS Bilbao (Grit Ulbricht, Kai Wiegmann)
"Kaum zu glauben"
(Eigenproduktion)



Drei lange Festival-Tage und fünf Aufführungen lang musste die 20-köpfige Gruppe aus Mädchen und Jungen warten, bis sie endlich ihr Stück zeigen konnte. Die Aufregung war groß, doch sie legte sich bald, als der HipHop-Tanz zu Beginn des Stücks "voll" ankam. Auch die weitere Inszenierung - wenig Text, dafür um so mehr schöne Fotos der Schauspieler am Atlantikstrand - war jugendgemäß und nahm die Anspannung weg.
Der Text stammte von einer Lehrerin, die ihn schon ein Jahr zu vor für diese Theatergruppe geschrieben hatte und dann nach Deutschland zurückkehrte. Grit Ulbricht führte diese Arbeit weiter und erzählte mit ihrer großen Gruppe die Geschichte von skrupellosen Managern, die einen riesigen Hotelkomplex am unberührten Atlantikstrand errichten wollen. Die Kinder erkennen, dass ihr Strand und ihre Skaterbahn in Gefahr sind und werden erfolgreich aktiv.

Eine positive, optimistisch stimmende Aussage, viel Applaus vom Schülerpublikum, manch verliebte Blicke aus den ersten Reihen, was will man mehr ...


Geschwister-Scholl-Gymnasium Mannheim (Jörg-Stefan Gabriel)
"Der eingebildete Kranke"
(Moliére)


Am Mittwochabend angereist, eine Stunde Probenzeit in der Aula, Freitagmorgen Aufführung - Trotz dieser harten Vorgaben ließ es sich die Theater-AG aus Mannheim nicht nehmen, nach Barcelona zu reisen und - wie ursprünglich geplant - die ausgefallene Aufführung der DS Málaga zu ersetzen.

Die schon etwas erschöpften Teilnehmer wurden von den souverän spielenden Oberstufenschülern in ein weit entfernt liegendes thematisches Terrain entführt. Ein Hypochonder konsultiert die verschiedensten Ärzte und durchschaut, damit beschäftigt, nur sehr langsam die Machenschaften in seiner eigenen Familie.
    Die Inszenierung legte den Schwerpunkt ganz klar auf den Text und auf den Protagonisten, der "alle Fäden in der Hand hielt". Diese Leistung wurde dann auch von den Zuschauern besonders gelobt, die im übrigen interessiert bei der Sache waren.



Szenische Lesung (Thomas Bischofberger)
"Der Besuch der alten Dame"
(Friedrich Dürrenmatt)


"Der Besuch der alten Dame", bereits ab September in mehreren Oberstufenklassen als Deutschlektüre im Umlauf, von den entsprechenden Deutschlehrern geradezu als Aufführung erbeten, - und dann die Absage.
Verwegene Stimmen schlugen vor, das Stück doch mit Kollegen zu spielen. Wie es der Zufall wollte, stellte sich zur gleichen Zeit der Schauspieler Thomas Bischofberger an der DSB vor und war spontan dazu bereit, eine szenische Lesung mit motivierten Lehrern einzustudieren.
Ein Wochenende genügte, und das Stück stand ... Am Freitag, dem letzten Festival-Tag lasen etwa 12 Lehrerinnen und Lehrer die Schullektüre, geschickt gekürzt und natürlich mit dem ein oder anderen spritzigen Detail, vor einer voll besetzten Aula.
Ein Klavier diente als Balkon, eine Spielzeugeisenbahn war der Zug, der nie in Güllen hält, alles andere blieb der Imagination der Zuschauer überlassen, die anscheinend Spaß hatten.

Die Workshops

    In fünf Zeitblocks konnten die insgesamt 120 Teilnehmer verschiedene Workshops besuchen. Das Angebot reichte von Ausdruckstanz, Kontaktimprovisation und Gruppenspielen über Sound- und Lichttechnik bis hin zur Gedichtrezitation und Erarbeitung von Theaterszenen. Diese Workshops wurden von Lehrern der DSB, von AG-Leitern der besuchenden Schulen sowie von externen Dozenten gegeben. (Bettina Hauschild, Jutta Fischer, Katharina Sieveking, Ana Ortí, Manfred Kruehler, Anja Kriegel und Regina Thein)
    Ein exklusives Angebot waren die Workshops der Münchner Improtheatergruppe ISAR 148, die am Mittwochnachmittag insgesamt vier Workshops zu ihrem Spezialgebiet Improvisationstheater hielten. Diese Workshops waren von Anfang an sehr begehrt und kamen bei den Beteiligten richtig gut an.


In den neunzigminütigen Kursen arbeiteten meist Jugendliche aus verschiedenen Schulen zusammen und kamen sich teilweise ganz schön nahe. Gemeinsam mussten Hindernisse überwunden werden, Choreographien erlernt oder Körperkontakt hergestellt werden. Auch manche Lehrer ließen sich die Teilnahme an den Workshops nicht nehmen und positionierten sich in ungewohnten (?) Situationen.

Die Improshow von ISAR 148

Die beiden Schauspieler Birgit Linner und Roland Trescher spielen seit Jahren zusammen Improvisationstheater, zunächst in der Gruppierung "fastfood", und inzwischen unter dem Namen "ISAR 148". Am Mittwoch, 8. 11.06, betraten sie, bekleidet mit leuchtend orangefarbenen Sweatshirts, beschriftet mit ihren Namen, die Bühne, und ab da gab es keine Verschnaufpause mehr. Das Publikum, meist zum ersten Mal mit dieser Form von Theater konfrontiert, kam aus dem Lachen nicht mehr heraus. Einige Ideen aus dem Zuschauerraum genügten ("Welchen Gegenstand soll Birgit reklamieren?" ... "einen Blindenhund" ... "OK, wir nehmen den Blindenhund"), und binnen weniger Sekunden entstanden bizarre Szenen, gespickt mit Komik. Auch vor einem Minidrama á la Goethe, vorgetragen in gebundener Sprache, schreckte das Team nicht zurück, ebenso wenig vor einem Vortrag über den Treibhauseffekt, welcher von Birgit in Gebärdensprache "übersetzt" wurde.
Rolands Kommentar zum hiesigen Publikum: "Zuerst hat es ein bisserl gedauert, bis sie warm waren, aber dann gingen sie voll ab."


Die Jury

Das Theater-Festival sollte kein Wettbewerb mit einem Rennen um den ersten Preis sein. Und doch mussten die einzelnen Präsentationen in ihrer Besonderheit gewürdigt werden.
Dieser schwierigen Aufgabe nahm sich eine dreiköpfige Jury an:
Ulrich Braeß, der Leiter des Geothe-Instituts Barcelona, Herbert Wiedemann, der Leiter der Deutsch-Abteilung der EOI in Esplugues und Monika Herlein, Lehrerin für Deutsch, Latein und Altgriechisch aus Kempten.
An dieser Stelle sei der Jury ganz herzlich für ihr großes Engagement und den kompetenten Umgang mit der gestellten "Aufgabe" gedankt !

Die Feedback-Besprechungen

Unter der Leitung von Monika Herlein fand zu jeder Aufführung etwa einen halben Tag später eine einstündige Nachbesprechung statt, die öffentlich war und zu der insbesondere Schüler anderer Theatergruppen kamen.
Der Konferenzraum füllte sich mit jeder Besprechung mehr, was zeigte, dass diese Stunde für die Schüler interessant und auch persönlich bereichernd war.


Und sonst

Das Programm war voll, die Angebote waren vielfältig, doch trotzdem gab es auch Momente, in denen nichts passierte...
Vicen, unsere gute Seele an der Portería der DSB, kümmerte sich sehr lieb um die Gruppen, die "herumlungerten", weil gerade kein Probenraum frei war, weil sie auf den nächsten Workshop oder auf das Essen warteten, oder weil sie gern mit Schülern aus anderen Schulen zusammen sein wollten.

Kerstin Theuer ist es zu verdanken, dass die Lehrer abends nach dem überstandenen Tag einen Imbiss im Lehrerzimmer fanden und am letzten Abend gemeinsam in einem Restaurant in Esplugues essen gehen konnten.




Die Preise


"Die kleine Prinzessin" von der Deutschen Schule San Sebastián

emotionalstes Stück durch den poetischsten Ausdruck, durch die schönsten Kostüme und die bewegendste schauspielerische Leistung


"Linie 1" von der Deutschen Schule Madrid

beste Produktion mit Live-Musik, beste Gesangsleistung und beste Choreographie


"Der eingebildete Kranke" des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Mannheim

souveränster Umgang mit einem klassischen Text, herausragende Bühnenpräsenz des Hauptdarstellers und der ganzen Truppe


"Bohemia" von der Deutschen Schule Lissabon

beste Eigenproduktion, präzisestes und bestes Zusammenspiel von Technik und Schauspielern, bester Rhythmus


"Kaum zu glauben" von der Deutschen Schule Bilbao

politischstes Stück mit der kräftigsten gesellschaftskritischen Aussage, Produktion, die das jugendliche Publikum am direktesten angesprochen hat


"Das besondere Leben der Hilletje Jans" von der Deutschen Schule Barcelona

innovativste Produktion, beste musikalische Kompositions- und Gesangsleistung


"Tres sombreros de copa" von der Deutschen Schule Barcelona

bestes Sprechtheaterstück wegen einer herausragenden schauspielerischen Leistung des Hauptdarstellers, der Hauptdarstellerin und der ganzen Theatergruppe

Die Dokumentation

    Wenige Wochen vor Beginn des Festivals bildete sich ein Filmteam aus vier Oberstufenschülern, die sich spontan bereit erklärten, während der gesamten Zeit mitzufilmen, und zwar mit mehreren Kameras. Es wurden viele (!) Stunden Material produziert, welches zur Zeit ausgewertet und zu einer Dokumentation verarbeitet werden wird.
    Theo Regas und Felix Bierwagen arbeiten mit zwei Klassenkameraden daran. Viel Erfolg!


Feedbacks in Auszügen

"Die Woche in Barcelona war für alle Beteiligten, soweit ich das mitbekommen habe, ein besonderes Ereignis. Für "Jugend forscht" und "Jugend musiziert" ist es eine Tradition, sich regelmäßig zu treffen, für die Theater-AGs eben nicht. Besonders hervorheben möchte ich die faire und angenehme Atmosphäre bei den Vorstellungen, die allen Produktionen eine positive Rückmeldung gab. Es war eben kein typisches Schülerpublikum, das im Zuschauerraum saß, sondern Experten, die wussten, wie viel Arbeit in jeder Produktion steckte, und die anschließenden Kommentare und Fragen waren ausgesprochen sachkundig. Einige Aufführungen waren in Barcelona vielleicht besser als die Premieren am eigenen Schulort. Besonders gefallen hat mir, dass alle Produktionen einzigartig und unvergleichbar waren und dass wir dadurch viele Anregungen für die eigene Arbeit bekommen haben." (Andreas Neidhard, Madrid)

"Nach dieser intensiven, an Eindrücken reichen Woche, in der die jungen Schauspieler nicht nur ihr eigenes Stück präsentieren, sondern auch an der Theaterarbeit anderer Gruppen teilhaben konnten, fuhren wir zurück mit all unseren Requisiten und bereichert durch viele neue Kontakte, durch Erfahrungen in Workshops, durch Gespräche und Interaktionen, durch Reflexion der eigenen Arbeit im Spiegel der Vielfalt anderer Aufführungen, beflügelt mit der Theaterarbeit fortzufahren und hochmotiviert für die neue Spielsaison."
(Grit Ulbricht, Bilbao)

"Die Schüler waren mit ihrer Leistung zufrieden, einige waren nur schwer davon zu überzeugen, dass es auch sein Gutes hat, wenn es keine expliziten Gewinner gibt, nämlich auch keine Verlierer. Gut war vor allem, dass das Beeindrucktsein nicht bis zur Entmutigung führte, sondern als Ansporn wirkte, irgendwie wird jetzt automatisch davon ausgegangen, dass das jedes Jahr wiederholt wird..." (Manfred Kruehler, Lissabon)

" Als im Frühjahr das erste Mal der Programmablauf bekannt gegeben wurde, konnte ich mir nicht vorstellen, dass dies tatsächlich so über die Bühne, im wahrsten Sinne des Wortes, gehen sollte. Nicht nur die Arbeit, die bis zum Start mit der eigenen Gruppe geleistet werden musste, sondern vor allem der ungeheure Organisationsaufwand, der sich hinter so einem Festival verbirgt. Es hat letztlich nicht nur funktioniert, sondern es ist super gelaufen."
(Regina Thein, Madrid)

"Wir fühlten uns von unserer Ankunft bis zum Abschied in guten und gastfreundlichen Händen und hatten bei großen und kleinen Problemen immer das Gefühl, dass jemand für uns da war. Ich persönlich freue mich besonders, dass den besonderen Bedürfnissen der jüngsten Teilnehmer so gut entsprochen wurde. ... Als unverzichtbaren Bestandteil der Theaterwoche möchte ich den Austausch mit den Kollegen anderer Schulen, bzw. mit anderen Teilnehmern des Festivals erwähnen. Es ging in den Gesprächen um ganz pragmatische und hochphilosophische Fragen, es ging auch um Leben im Ausland und Arbeiten in einer Auslandsschule."
(Mechthild Otten Dionísio, Lissabon)

"Vor Ort klappte alles. Die Organisation war sehr professionell. Die Schüler wurden warmherzig aufgenommen, die Räume waren großartig. Das Gefühl willkommen und als Gruppe akzeptiert zu sein, erfüllte die Schauspieler mit Stolz. Gleich am ersten Abend waren sie begeistert von der Improgruppe aus München und brachten so auch für unsere Aufwärmphasen viele Ideen mit nach Hause."
(Jörg-Stefan Gabriel, Mannheim)

"Es war ein beeindruckendes Erlebnis, so viele einsatzfreudige und begeisterte Jugendliche auf der Bühne zu sehen. Auch unter den Gruppen und zwischen den Schülern unserer Schule schien sich gute Stimmung und eine gute Kommunikation einzuspielen.... Des Weiteren hätte sich für viel mehr Zuschauer das Kommen gelohnt. Ist die Werbung zu verstärken?" - Wir sind jedenfalls gern dabei gewesen."
(Frau Mirovsky, Mutter einer Gastfamilie)