Deutsch: Lesung Andreas Schlüter

Abenteuer „Lesen“ – „Abenteuer“ lesen

Begegnung mit dem Jugendbuchautor Andreas Schlüter in der Aula der DSB

Die Fachschaft Deutsch konnte für den 16. Februar 2017 den bekannten und mehrfach prämierten Jugendbuchautor Andreas Schlüter erneut für eine Lesung an unserer Schule gewinnen. Andreas Schlüters erster Besuch an der DSB war im Oktober 2014 gewesen, und da diese Veranstaltung bei unseren Schülerinnen und Schülern sehr gut angekommen war, luden die Deutsch-Fachleiter Helmut Rieger und Thomas Finger diesen sehr gefragten Autor wieder nach Barcelona ein. Schlüters Romane sprechen vor allem für die Altersgruppe zwischen 12 und 15 Jahren an, und so hatten wir als Zielpublikum dieses Mal alle 7. und 8. Klassen ausgewählt.

Während die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen Auszüge aus Schlüters im Juli 2015 erschienenen Jugend-Thriller „Dangerous Deal“ hörten, bekamen die Achtklässler Leseproben aus dem Roman „Tayo bleibt“, den Schlüter zusammen mit seiner Ehefrau, Irene Margil, geschrieben hat. Veröffentlicht wurde dieses Buch im September 2016.

Schlüters Jugendromane sind Gegenwartsliteratur, wie sie aktueller kaum sein kann. In „Dangerous Deal“ geht es, wie der Titel bereits andeutet, um Drogenhandel und organisiertes Verbrechen. Ein Jugendlicher, der in einer deutschen Großstadt lebt, gerät ahnungslos in das Fadenkreuz von Schwerstkriminellen, aber auch ins Visier des Geheimdienstes. Spannung pur.

Eine ganz andere Thematik, aber nicht weniger aktuell, ist die Erzählbasis für den Roman „Tayo bleibt“. Schlüter und Margil griffen eine wahre Begebenheit auf, recherchierten die Hintergründe und bauten aus den Mosaiksteinen, die die Realität ihnen bot, eine fiktionale Geschichte. Sie erzählt von einem nigerianischen Jungen, der zu seinem Vater nach Deutschland kommt, der dort bereits als anerkannter Asylbewerber lebt. Pünktlich zu seinem achtzehnten Geburtstag erhält Tayo den Ausweisungsbescheid. In der Folge solidarisieren sich immer mehr Menschen aus Tayos Umfeld mit ihm.

Schon nach den ersten Sätzen hatte der Jugendbuchautor seine jungen Zuhörer in den Bann gezogen. Wieder einmal zeigte sich, dass eine gute Story durch einen lebendigen Lesevortrag noch plastischer werden kann. Nach dem Vorlesen ermunterten die Deutsch-Fachleiter unsere Schüler, Fragen an den Autor zu stellen. Hier zeigte Schlüter, dass er nicht nur spannende Geschichten zu erzählen vermag, sondern auf Kinder und Jugendliche zugehen kann: ausführlich beantwortete er die unterschiedlichsten Fragen, und so entwickelte sich schnell ein offenes Gespräch, in dem die Schülerinnen und Schüler Einblick in die Werkstatt eines Schriftstellers bekamen. Bereitwillig gab Schlüter Auskunft darüber, wie er seine Geschichten entwirft, formuliert, ausbaut, umbaut und schließlich in die Fassung bringt, die wir als Leser in Buchform vor uns haben. Unsere Sechst- bis Neuntklässler erfuhren viel über den Autor im Speziellen und über Literatur im Allgemeinen: das Buch als Ergebnis eines langen Gestaltungsprozesses, als Kunstwerk, aber auch als Produkt auf dem Markt. Es war „Literatur zum Anfassen“, und die Rückmeldung in den Klassen zeigte, dass diese Veranstaltung nicht nur die Leselust erneut weckte, sondern einige auch dazu anregte, es selber mit dem kreativen Schreiben zu versuchen.

Helmut Rieger

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