Deutschkonzept im Kindergarten

Sprachlicher Ausdruck und Kommunikation

„Als Kinder lernen wir sprechen,
als Erwachsene sollten wir lernen zuzuhören“. 
(Unbekannter Autor)

Bildungsprozesse im Vorschulalter entwickeln sich auf der Ebene verbaler und non-verbaler Interaktionen. Mehrheitlich sprachliche und in geringerem Ausmaße auch nicht sprachliche Kommunikationsprozesse im sozialen Umfeld des Kindes bilden die Grundlagen für alle kindlichen Lern- und Entwicklungsprozesse.

Grundlage für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung und ein erfolgreiches Lernen im Kindergarten und Voraussetzung für den Übergang in die Grundschule ist die Fähigkeit des Kindes auf Deutsch zu kommunizieren. Aus diesem Grund ist der sichere Umgang mit der deutschen Sprache von hoher Wichtigkeit für eine erfolgreiche Schullaufbahn an der DSB.

Der sprachliche Hintergrund unserer Kinder ist unterschiedlich, er reicht von muttersprachlich deutsch sprechenden Kindern, von  zwei- und dreisprachigen Kindern bis hin zu muttersprachlich spanisch oder katalanisch sprechenden Kindern. Unser Sprachkonzept berücksichtigt diese heterogenen sprachlichen Voraussetzungen der Kinder und ist am Förderbedarf des einzelnen Kindes ausgerichtet.

Folgende Prinzipien bestimmen unser Deutschprogramm:

  • Sprachlich integrierte Gruppen
  • Deutsch als Umgangssprache
  • Kooperation von Kindergarten / Elternhaus
Hörverständnis das Kind 
  • kann zuhören und verstehen, was gesprochen wird
Wortschatz-
erweiterung das Kind
  • wiederholt gern neue Wörter und Sätze
  • erweitert sein Vokabular
  • kann neues Vokabular richtig anwenden
Sprachflüssigkeit/Sprachrichtigkeit das Kind
  • hat Freude am Sprechen
  • kann seine Bedürfnisse mitteilen
  • kann vor anderen Kindern und vor der Gruppe sprechen
  • kann Dialogen folgen und daran teilnehmen
  • versteht Anweisungen und führt sie aus
  • erfährt die Grundlagen der deutschen Grammatik und wendet sie an
Aussprache das Kind
  • kann Laute differenzieren
  • hat eine klare und verständliche Aussprache

Jede Aktivität im Kindergarten, jeder Vorgang und jedes gezielte Angebot wird von der Erzieherin sprachlich begleitet. Jegliches Handeln ist ein willkommener Anlass zum Üben der deutschen Sprache. In der anschließenden Tabelle sind die wichtigsten Aktivitäten und Methoden aufgelistet.

Das Freispiel Beschäftigung mit einzelnen Kindern zur individuellen Sprachförderung, z.B. Gespräche, Tischspiele, Bastelarbeiten
Gezielte Aktivitäten Erklären von Spielregeln, Arbeitsvorgängen und Abläufen. Einführen von neuem Vokabular, z.B. bei Mal- und Bastelangeboten, Experimenten, rhythmischen Übungen, Turnen, Rollenspielen, Feiern und Exkursionen
Stuhlkreis Hörverständnis schulen, freies Sprechen und deutliche Aussprache üben, Texte und Vokabular erklären und verständlich machen, z. B. von Liedern, Fingerspielen, Versen, Kreisspielen
Kinderkonferenz / Gesprächskreis Gruppenthemen besprechen, Sachthemen erklären, Gespräche führen
Bücher und Geschichten Zuhören, Bilder zeigen, erklären und verbalisieren. Kurze Texte vorlesen, Begriffe erklären, Vokabular erweitern
Sprachrituale Reime, Lieder oder Verse, die sich [täglich] wiederholen: vor dem Frühstück, im Stuhlkreis, bei Feiern, Begrüßung und Verabschiedung etc.
Gezielte Sprachangebote in Kleingruppen Freies Sprechen:
Situationsbedingte Anlässe aufgreifen und Sprachanlässe schaffen. Kinder dazu erzählen lassen, vor anderen sprechen, Nachsprechen, korrekte Aussprache üben, Vokabular erweitern, sich gegenseitig Fragen stellen, kleine Dialoge üben.
Gezielte Spracharbeit:
Texte aufarbeiten (Lieder und Verse), Vertiefen des Gruppenthemas, Einsatz von  didaktischen Spielen, Postern, Naturmaterialien, Bilderbüchern, Handpuppen u.v.m.
Kreativer Umgang mit Sprache Geschichten erfinden, Spaßlieder oder –verse ausdenken, Reime, Dialoge, Rollenspiele

Von besonderer Wichtigkeit für eine erfolgreiche sprachliche Entwicklung ist die Zusammenarbeit von Kindergarten und Elternhaus. Dazu dienen Elterngespräche, Entwicklungsberichte und Elternabende. Im Anschluss noch ein paar Tipps für die Eltern:

  • Die Eltern haben Zeit für ihr Kind, sie sprechen mit ihm, zeigen Interesse am Kindergartenalltag, sie fragen nach, was ihr Kind täglich erlebt, was es bewegt etc.
  • Saubere Sprachentrennung; jeder Elternteil spricht in seiner Muttersprache mit dem Kind
  • Die Eltern achten auf klare Aussprache
  • Die Eltern suchen eine externe Deutschhilfe, falls ihr Kind zu Hause keinen oder zu wenig Kontakt mit der deutschen Sprache hat
  • Die Eltern freuen sich über die Lernfortschritte ihres Kindes: Deutschlernen macht Spaß!